Tall Ship Soren Larsen 2005 ~ South Pacific Sail Training Adventure for all ages
  

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2nd Mate Astrid tells of the journey from Easter Island to Pitcairn,
and the task Captain Cottier has set - to navigate there by means of traditional celestial navigation..

(Now with Pictures!)

Auf nach Pitcairn...
...aber die Frage war, ob wir Pitcairn wirklich erreichen würden?

German Language VersionNatürlich hatten wir eine Ahnung wo die Insel liegt, natürlich wussten wir, welche Richtung es sein würde und genügend Know-How an Bord um das Ziel zu erreichen haben wir allemal, aber würde es auch klappen? - Ohne GPS, nur mit Kompas, Sextant, der Sonne und den Sternen?

Nachdem diese neue Herausforderung von Kap’tän Jim, unserem „durch-und-durch Seemann“, an uns herangetragen wurde, haben wir Steuerleute, Mikkel und ich, uns angesehen und beide gleichzeitig nur eins gedacht: Wie gut, dass Jim an Bord ist! Ein leichtes Grinsen in unseren beiden Gesichtern und ich hab’ mal schleunigst einen erneuten Blick in meine Seefahrtsschulunterlagen gewagt... Theoretisch in der Schulbank ist das ja alles ganz okay, aber nun anwenden zu müssen, unter „freiem Himmel“ und davon abhängig zu sein, ist definitiv eine andere Sache!

Wir haben die Osterinseln am 30. April gegen Mittag verlassen und ich hatte wie gewöhnlich die erste Wacht: 12.30 bis 16.00 Uhr. Lange noch konnten wir die zurückliegende Insel. Jim trat an mich heran und sagte: Astrid, wir benötigen eine „erste Schiffsposition“ auf der Karte, von der wir den Kurs nach Pitcairn aussetzen können. Nimm „wahre Peilungen“ von der Insel und dann kann unsere astronomische Navigationsreise beginnen!“ Klar, kein Problem, dacht ich – nur als ich dann merkte wie heftig das Schiff hin und her schaukelte auf den hohen Wellen des Südpazifiks, wurde das „kleine Problem“ zu einer echten Herausforderung. Mit Bindfaden in der Hand tänzelte ich zusammen mit den Wellen um den Kompass herum und versuchte die Ecken der Insel und den Mittelpunkt des Kompasses in eine Linie zu bekommen. ...Tja, und dann nur noch die Peilung auf dem Kompass ablesen. Haha, irgendwas so zwischen 110° uns 125°... Letztenendes ging’s besser und es hat funktioniert und Jim war zufrieden! (Na, wenn das mal nicht die Hauptsache ist! J ).

(picture of Pilot-Whales)Das nächste Stück unserer Südpazifikreise hat begonnen. Es sollte nach Pitcairn – eine geschichtsträchtige, traumhafte, kleine Insel – gehen. Bekannt geworden durch die „Meuterei auf der Bounty“. Durch Zufall hatten die Seeleute von der „Bounty“ die Insel gefunden, wir hofften hingegen die Insel nicht wirklich suchen zu müssen. Die nächsten 8-10 Tage sollten es zeigen – hoffentlich ohne Meuterei!?

Direkt am zweiten Tag sahen wir Pilot Wale und die Freude an Bord war groß! Schließlich war die Reise bis hierher doch recht „tierarm“ ausgefallen! Einige Gäste (inzwischen wieder zuhause) waren doch recht enttäuscht worden auf der Reise von Neuseeland zu den Osterinseln. Ich hoffe, sie sind nicht allzu neidisch, wenn sie dies hier nun lesen bzw. Fotos sehen!)

 

 

 

 

Jeden Tag wurde mit dem Sextant alles mögliche „ins Visier genommen“: Sonne, Sterne, Mond... Typisch für meine Wache war die Mittagsposition (Meridian Passage oder Kulmination genannt), genau dann wenn die Sonne am höchsten steht. Am Ende meiner Wachte - so gegen 16 Uhr – durfte ich dann noch mal mit dem Sextanten in die Sonne gucken... In der Nacht hatte ich nicht so viel damit zu tun. Die Position mit dem Mond zu bestimmen ist ein schwieriges Unterfangen, da meistens der Horizont nicht zu erkennen war (und denn braucht man auf jeden Fall...).

Jim und Mikkel hatte während dieser Reise die Wachen getauscht. Jim hatte nun die Sonnenauf- und –untergangswachen, so dass er nach den nun öfters vorkommenden, wunderschönen Sonnenuntergang die Sterne benutzen konnte, für eine gute Schiffsposition!

Allerdings hatten wir zwei Tage kein gutes Wetter und der Himmel hing voll mit Wolken. Tagsüber war die Sonne nicht zu sehen und von Sternen am Abend oder Mond in der Nacht war ganz zu schweigen... Tja, dann ist es doch recht schwierig zu bestimmen, wo wir uns befinden! Okay, irgendwo zwischen den Osterinseln und den Pitcairn Inseln, aber wo genau?

Drei Dinge benötigten wir exakter den bisher: den genauen, abgelegten Kurs, jede Kursveränderung mit Zeitangabe und unser Geschwindigkeit!

Jeder Rudergänger musste versuchen so akkurat wie möglich zu steuern und den Kurs zu halten. Ganz schon schwierig, wenn die Ozeandünung bis zu 4m hoch ist..!

Kursveränderungen zu erfassen, war das einfachste, wenn man er nicht vermasselte, um sie aufzuschreiben...

(picture of Speedlog)

 

Und um die Geschwindigkeit zu bestimmen, musste man nun echt arbeiten... Von wegen, eben auf den GPS gucken! Der Display war abgedeckt mit einem Foto von Jim’s Enkelkind – also, keine Chance! Unterdessen wurde es immer normaler für uns, stündlich ein Stück Holz mit 100 feet (Schiffslänge) Leine über Bord zu werfen und die Zeit zu nehmen... Danach eine kleine Rechenaufgabe im Kopf: 60 Sekunden dividiert durch die gestoppten Sekunden ergibt Meilen pro Stunde (m/h) – auch Knoten genannt! Fertig! (Na, wenn das nicht angewandte Mathematik ist... J )

Auf jeden Fall können wir stolz sein! Nach zwei Tagen ohne Sextant waren wir nur 12 Minuten von unserer wirklichen Position entfernt. Das entspricht 12 Seemeilen (knapp 20 km für unsere Landratten) oder umgerechnet in Zeit: ungefähr zwei Stunden segeln – gar nicht schlecht auf so einem großen Tümpel wie dem Südpazifik, oder? ...

 

 

 

 

 

(Picture of Pitcairn –arrival)

 

 

Letzenendes haben wir es geschafft und am 09. Mai entdeckten wir morgens früh eine traumhafte Insel vor uns! Ein kleiner (na ja, eigentlich ‚großer’, wenn man seit 9 Tagen nur Wasser gesehen hat), grüner Fels inmitten des Ozeans. Wunderschön lag sie da, glänzend in der Sonne!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Drei Tage lagen wir in der Bounty Bay of Pitcairn! Ich hatte einen Tag frei und habe ebenfalls eine Nacht bei Charlene und Vaine mitsamt ihren vier Kindern verbracht (vgl. Bericht ‚Pitcairn Island’ von Christian). Das war wirklich ein Erlebnis!

 

 

 

 

 

 

 

 

(picture of Pitcairn „public transport“)

 

Mehr oder weniger alle Inselbewohner (52 an der Zahl) hatten sich im Hafen mit deren „Bike’s“ versammelt und sobald man aus unserem Beiboot stapfte, wurde man von einer Familie aufgegabelt und es gab kein zurück! ...aber ehrlich gesagt, wollte ich das auch nicht! Es war herrlich bei Einheimischen zu wohnen, so bekam man doch recht viele Geschichten und Insidertips mit! (Abgesehen davon gibt dort auch gar kein Hotel oder Pension.) Außerdem sah man so, wie diese wenigen Leute auf dieser kleinen Insel inmitten des Ozean lebten... Wirklich beeindruckend und manchmal sehr unwirklich!

 

Des Öfteren fragt man sich, wie bzw. mit was die Leute den ganzen Tag rumkriegen? Der „Supermarkt“ (auch „General Store“ genannt) ist nur montags und donnerstags für zwei Stunden geöffnet , die Post allerdings jeden Abend für anderthalb Stunden – und das, obwohl nur alle drei Monate ein Schiff kommt, das die Post der Inselbewohner mitnimmt (und nun natürlich auch die Postkarten von mir, also wundert euch nicht, wenn ihr meine Postkarte von Pitcairn erst im August bekommt!?) Lebensmittel kommen ebenfalls nur ungefähr alle drei Monate - mit einem Schiff von Neuseeland! Dann ist der „General Store“ wieder voll und vielleicht gibt’s dann zeitlich einen „langen Donnerstag“? Wer weiß..?

(Picture of high waves on Down Rope)

 

 

Eine kleine Wanderung hab’ ich auch unternommen: Down Rope (wie der Name schon sagt: in der Vergangenheit war ein dickes Tau entlang des Felsen runter zum Beach gespannt, heute sind kleine Stufen oder natürliche Tritte vorhanden – allerdings gibt’s noch genügend Passagen zum Klettern!)

Es war wunderschön und genau das richtige nach einer langen Zeit auf See! Schwimmen war nicht angesagt, da die Wellen nur so in die Bucht hereinpeitschten! Meterhohe Wellen, die an die Kliffs schlugen – beeindruckend!

 

 

 

(picture of Soren in Bounty Bay) Dann ging’s wieder zum Schiff zurück, das friedlich in der Bounty Bay (die „echte Bounty“ ist hier etliche hundert Jahre zurück versenkt worden) hin und her schaukelte... Noch anderthalb Tage Unterhalt am Schiff und dann wurde Kurs Richtung Französisch Polynesien gesetzt: Ziel Hiva Oa, eine kleine Insel der Marquesas- Gruppe...

Astrid.

 

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