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Ein Stück Französisch Polynesien...
Here - Astrid Luweg's account and pictures of Marquesas islands, Polynesia
Es ist schon irgendwie wirklich sehr unrealistisch: ich sitze auf dem Dach des Deckhauses – auf dem Tallship Soren Larsen, höre die Wellen an die Küste schlagen, sehe die Sonne untergehen in der Bay von Hiva Oa, einer Insel in Französisch Polynesien, mitten im Südpazifik und Christiane hat sich gerade die Thermarest-Matte aufgeblasen und sich friedlich neben mir „gebettet“... Plötzlich dreht sie sich um und sagt: „Ist es nicht irgendwie unglaublich? Mittendrin in diesem riesigen Südpazifik, auf einem Tall-Ship, Wellen, blaues Meer, was so warm ist wie nur selten die Tage im Sommer zuhause. Während man in Holland gerade froh ist über jeden Sonnenstrahl, ist es wahnsinnig, dies hier zu erleben..!“ und sie wendet einen letzten Blick auf die Palmen und den schon aufgegangenen Mond und schläft dann ein...
Ja, wir haben es geschafft, angekommen - auf einem weiteren, wunderbaren Fleck Land im Südpazifik! Manchmal denke ich, wenn das so weitergeht, dann kann ich all die neuen Eindrücke gar nicht verarbeiten. Gerade noch auf der beeindruckenden Osterinsel gewesen, dann auf dem unglaublichen Pitcairn und jetzt in Französisch Polynesien...
Ich weiß nicht in wie weit diese Ecke der Welt bei Euch zuhause bekannt ist, aber ich hatte keine so große Ahnung! Das einzige ist, was ich schon mal irgendwann gehört hatte: Bora Bora, Tahiti und das Moruroa Atoll, aber wo die Inseln liegen und wie sie aussehen? – Große Überraschung!
Es wird auch für mindestens zwei bis drei Wochen eine Überraschung bleiben – denn zuerst heißt es: Marquesas (weiß noch nicht mal, wie diese Inselgruppe sich im Deutschen schimpft?!)
Egal, auf jeden Fall liegt sie im äußersten Nordosten des Südpazifiks und ganz schön nahe am Äquator – was man durchaus auch an den Temperaturen merken kann!
Die Marquesas Inseln (wir haben drei Inseln angefahren: Hiva Oa, Fatu Hiva, Nuku Hiva) sind sehr bergig und grün! Überall wo man hinschaut sieht man Kokospalmen, Bananenstauden und Hibiskusblüten... Die Hibiskusblüten sind hier wirklich „topmodern“! Man kann sie in den verschiedensten Variationen am Körper der einheimischen Frauen und Männer entdecken... Wunderschön! Es ist echt kein Verkaufsscherz der Reisebüro’s, die schönen Polynesischen Frauen mit den Blüten hinter den Ohren gibt’s wirklich... (Zur Freude unserer männlichen Crew an Bord!) (pictures of polynesien-women with hibiskus in her hair)
Was ebenfalls sehr typisch ist für die Marquesas – winzige Buchten und kleine Dörfer aus dem Nichts auftauchend! Die Menschen dort sind so freundlich, dass man manchmal schon gar nicht mehr weiß, wie man reagieren soll.
Fatu Hiva: Beim Warten auf unser Beiboot am Pier des Dorfes ‚Omoa’, stehen zwei Frauen und fischen. Wir kommen ins Gespräch (meiner Französischlehrerin würden die Haare zu Berge stehen! – Aber was soll’s, irgendwie funktioniert es immer!) Sie nahm den gerade gefangenen Fisch aus und servierte ihn mir mit frischem Limonensaft... Eigentlich mag ich keinen rohen Fisch, aber dass konnte ich ihnen – ohne unhöflich zu wirken – nicht erklären! Zu meiner Überraschung schmeckte es gar nicht mal so übel... Nach wenigen Minuten bekomme ich frischen Fisch, Früchte und Brot für’s ganze Schiff angeboten – und alles soll ein Geschenk sein! Ich taue gerade meinem Französischkenntnissen nicht wirklich, aber es stimmt... Eine Stunde später laden wir unser Beiboot mit den Geschenken voll... Einfach unglaublich - müssen die Leute dort nicht auch zusehen, wie sie ihr Geld verdienen..!? – Oder denken wir einfach zu europäisch..!?
Ich saß für eine Weile in einer Kirche, wo viele langsam zum Gottesdienst eintrudelten. Ich wurde von jedem Kirchenbesucher mit einem „Bonjour“ und einem Händedruck begrüßt – egal ob Kind oder Senior, Frau oder Mann! Schöne Tradition, dachte ich bei mir! Leider musste ich kurz vor Beginn wieder zurück zum Schiff – wäre sicherlich sehr interessant gewesen um einen marquesischen Gottesdienst mitzuerleben. Als ich die Kirche verließ, fragten sie mich, warum ich denn nicht mit ihnen zusammen den Gottesdienst feiern würde. Ich wäre herzlich eingeladen! Ich machte ihnen in meinem besten Französisch deutlich, dass ich zurück zum Schiff muß! Zwei Frauen sagten sofort: Oh, schade, aber keine Sorge, wir werden für dich mitbeten!
Einfach beeindruckend, ich bin froh um solche Menschen getroffen zu haben...
Die Insel hat einfach eine Atmosphäre von einem unberührten, bergigen, grünen Paradies...
Dann ein weiterer bezaubernder Ankerplatz: Baie des Vierges auf Fatu Hiva! Einfach traumhaft – auch bei Regen (den wir dort kurzzeitig auch antrafen!).Viele sagen, dass die Insel ein unberührtes Paradies ist... Die Baie des Vierges heißt Bucht der Jungfrauen. Die Legende erzählt, dass die in ihren Gefühlen verletzen Missionare den ursprünglichen Namen „Baie des Verges“ (Bucht der Penis’se) schnell durch das Hinzufügen des „erlösende ‚i’ “ in den heutigen Namen verändert haben..! Nun ja, ... Ich muß sagen, der alte Name trifft es besser!
Auf Nuku Hiva – die Hauptinsel der Nordgruppe und die größte der Marquesas – haben wir sehr viel Zeit verbracht. Wir sind einmal um die Insel herumgesegelt und haben in den verschiedensten Buchten gehalten. 
Von der Baie de Taiohae (picture of Baie de Taiohae) – wo glücklicherweise mal wieder eine Wäscherei war (!), eine Internetmöglichkeit, eine Bar und eine Post etc. – ging’s dann wieder ab in die Natur!
In der Baie des Tai Oa – auf der Soren Larsen auch ‚Waterfall-Bay’ genannt – wurde zu eben diesem Wasserfall gewandert. Der Vaipo Wasserfall soll mit 350 m zu einem der höchsten der Welt gehören und donnert in ein Becken. Es war herrlich um mal wieder vom Schiff runter zu sein und sich anderweitig körperlich zu betätigen... Mußten einige Flussläufe bis zum Oberschenkel durchwarten. Der Fluß hat beinah senkrechte Mauern bis zu 800 m in das Basaltgestein geschnitten, auf die man links und rechts unweigerlich bewundern konnte... Eine Wanderung durch eine beeindruckende natürliche Umgebung!
Am Wasserfall angekommen, stand einer kurzen Abkühlung unter dem Wasserfall natürlich nichts im Wege! Mann konnte durch die herabfallenden Wassermassen hindurch schwimmen, - was eine enorme Herausforderung war und doch haben es die meisten es sich nicht nehmen lassen! - und es wurde gegen die Wellen des Aufpralls gekämpft!
Nach ein paar weiteren Stops (Wanderung zu archäologischen Plätzen mit ‚Tiki’s’ (Statuen in den Marquesas) und Steininschriften... und einer Flussfahrt mit dem Beiboot) kamen wir dann wieder in der Hauptbucht Taiohae an und jeder bekam nochmals die Gelegenheit um emails zu checken, Freunde und Familie anzurufen oder die letzten Postkarten einzuwerfen. ...und nicht zu vergessen: unsere Wäsche! Frisch duftend kam sie wieder an Bord! Wenige Stunden später wurde Kurs gesetzt Richtung den Tuaomotu Atollen! Eine andere Inselgruppe von Französisch Polynesien!
Endlich sollte ein Traum in Erfüllung gehen: die ersten Atolle!!!
Astrid
See Astrid and Marita's Marquesas Pictures
Read Marita's account of the Marquesas islands here
See Tuamotu Diving Picture Gallery here
We shall be visiting the Marquesas again during the Easter Island to Tahiti 2006 voyage - see Schedule here

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