Tall Ship Soren Larsen 2005 ~ South Pacific Sail Training Adventure for all ages
  

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Auf Wiedersehen, Französisch Polynesien!!

Susanne writes of her Journey through the Society Islands to Rarotonga...

Soren Alongside in PapeeteAnkunft in Papeete, Tahiti, nach 31 Stunden Reisezeit, um 2.oo morgens oder besser mitten in der Nacht. Auf der kurzen Fahrt zum Hotel fahren wir am Quai von Papeete vorbei. Unsere verschlafenen Augen sehen plötzlich schemenhaft einen Mast mit Rahen. Da liegt sie gut vertäut am Pier – das Ziel unserer wochenlangen Vorfreude, die Sören Larsen. Mit diesem ersten Blick lässt es sich gut ins Bett fallen, um die 12 Std. Zeitunterschied zwischen Deutschland und Tahiti möglichst schnell zu überbrücken.

"Montag morgen, unschwer zu übersehen, sammelt sich in der Hotelhalle die Voyage Crew für den Törn Tahiti – Cook Islands. Wieder einmal ist eine muntere internationale Runde zusammen, jung und alt aus England, Norwegen, Polen, Deutschland, Kanada, Australien, USA. Gemeinsam entern wir die Sören Larsen, werden supernett empfangen von der Permanent Crew, werden ausgerüstet mit Regenjacke und Sicherheitsgurt, erhalten die ersten Schiffsführungen - sozusagen das wer, wo, was, wie. Es ist schön, wieder an Bord zu sein!

Am anderen Morgen heißt es ‚Leinen los’ für die erste kurze Fahrt hinüber nach Moorea . Wir werden im Südpazifik gleich richtig willkommen geheißen: es wird eine ‚rolly bolly’ Überfahrt. Nach einer nachmittaglichen Erkundung von Moorea gehen wir abends Anker auf Richtung Huahine. Wir segeln mit gerefftem Mainsail tolle 9,5 Knoten bei 6 Bft. Auch bei mir meldet sich das wohlbekannte flaue Gefühl im Magen, auch Seekrankheit genannt. Belohnt werden wir am anderen Tag mit einer Einfahrt in die Buch von Fare mit Sonne, blauem Himmel und blauem Wasser in allen Schattierungen. Um das Schiff herum trainieren Renn-Pirogen. Wir feuern sie beim Segelbergen aus dem Mast an.

Wir haben das Glück, den Jour de Bastille in Fare mitzuerleben. Das ganze Dorf ist auf den Beinen, alles ist mit Blüten und Pflanzen geschmückt: Mensch und Strasse. Einer der Hauptpunkte des Programms tagsüber ist das Rennen der Doppelpirogen. Gut trainierte Männer in bunten Pareos paddeln 1 ½ Stunden durch die Bucht. Abends treten eben diese Männer zusammen mit hübschen Frauen zum Schönheitswettbewerb an. Ein buntes Schauspiel für alle.

Unser nächstes Ziel ist Raiatea. Eine kurze Überfahrt bringt uns nach Uturua. Mittlerweile klappt das Segelsetzen mit vereinten Kräften schon viel besser. Die englischen Begriffe klingen vertrauter. Der aha-Effekt stellt sich ein, wenn einzelne Taue wiedererkannt werden. Die Permanent Crew hat eine enorme Geduld und ermuntert immer wieder, auch im Rigg mitzuhelfen– für mich das tollste Erlebnis überhaupt. Von oben sieht so eine Lagune natürlich noch einmal schöner aus. Innerhalb des Riffs von Raiatea fahren wir unter Motor zum bedeutensten Marae in französisch Polynesien: Tapitaputea. Eine riesige Anlage, schön freigelegt, direkt am Meer gelegen, wirklich beeindruckend.

Nach einem kurzen Schnorchelabstecher im Riff von Raiatea setzen wir wieder Segel für die kurze Passage innerhalb des Riffs nach Taha’a. Diese Insel scheint sehr ursprünglich zu sein. Es ist Sonntags, alles ist ruhig. Aber die Perlfarm ist geöffnet. Die Besitzerin demonstriert uns gern den Weg bis hin zur fertigen Perle. Perlen in allen Größen, Formen, Farbschattierungen. Klar, dass viele von uns nicht mit leeren Händen zum Sonnenuntergang auf die Sören Larsen zurückkehren. Dies natürlich nicht, bevor wieder einmal schöne Fotos von der Sören Larsen im Abendlicht ankernd in einer wunderschönen Palmenumsäumten Bucht gemacht werden. Sie ist nun einmal eine wunderschöne Lady, die immer und immer wieder fotografiert wird.

Das letzte Ziel in Französisch Polynesien ist Bora Bora. Wer hat nicht schon einmal von dieser Insel geträumt. Ich finde, wenn man einmal Bora Bora sehen möchte, ist es die schönste, aufregendste, vielleicht auch romantischte Art, mit der Sören Larsen in die Lagune von Bora Bora einzulaufen. Wir werden mit Sprühregen und bedecktem Himmel empfangen. Am nächsten Tag jedoch scheint die Sonne. Das Wasser um uns herum ist blau, blau und noch einmal blau in allen Schattierungen und manchmal auch noch ein wenig bunter. Viele von uns gehen auf Lagunentour schnorcheln oder tauchen. Die Unterwasserwelt ist beeindruckend. Wir begegnen vielen großen Rochen, die ganz nah ohne Scheu an uns herankommen. Bald mischen sich viele Riffhaie darunter. Auch diese scheinen ganz nah. Natürlich gibt es jede Menge bunte kleinere Fische dazu. Zum Lunch auf einem Motu mit weißem Strand einen Fruchtcocktail mit Blick auf die Sören Larsen. Ein perfekter Tag, der abgerundet wird mit einem lecker Abendessen an Deck unserer schönen Lady unter dem südlichen Sternenhimmel. Und weil der Tag so schön war, wird abends die Gitarre samt Songbook herausgeholt. Bis weit in die Nacht versuchen wir uns mal laut, mal leise an traditionellen Shanties aller Herren Länder, Bluegrass-Musik und vielem mehr.

Und dann geht es auf zur längeren Passage auf See gen Aitutaki, Cook Islands. Wir segeln ohne Maschinenhilfe vom Anker weg und dann immer Kurs 240. Nun wird allen klar, woher der Name Blauwassersegeln kommt. Das Meer scheint im Sonnenlicht tief dunkelblau, wie Tinte. Es leuchtet wunderschön, auch wenn Wellen brechen. Außer uns scheint niemand in der Wasserwelt des Südpazifiks unterwegs zu sein. Allmählich stellt sich eine Wachroutine ein. Wir segeln im Südostpassat mit ca. 5-8 Knoten und Wellenhöhen von ca. 2-4,5 Metern. Die Sonne scheint, der Blick in die gesetzten Segel ist wunderschön. Diese Art des Segelns hat etwas sehr friedliches in sich. Etwas Romantik kommt hinzu, wenn man eine ruhige Nachwachte bei Vollmond geht. Man muss sich schon konzentrieren, um am Ruder den Kurs beizubehalten anstatt seinen Gedanken hinterher zu hängen. Überhaupt ist das Rudergehen auf einen Windjammer wie der Sören Larsen eine tolle Sache. Wer hat schon einmal einen traditionellen Windjammer gesteuert?

Unterbrochen wird diese Routine z.B. durch Geburtstage. Für den ersten Steuermann Erik wird nachmittags eine kleine Piratenparty gefeiert, die in ein Waterballooning mit einer riesigen Zwille auf einen Jolly Roger, der von Crewmitglied Kenny vor dem Po hoch im Mast gezeigt wird. Viele versuchen sich, ausgerechnet der Kapitän trifft...

Bei ein paar Tagen auf See ist viel traditionelle Seemannschaft nicht nur zu bewundern. Wer will, kann sich gern selbst versuchen. Ob dies nun beim Tausendfüßlerbinden ist , oder beim Bekleiden eines neuen Fußpferdes. Viel Spaß haben wir natürlich auch mit den Knoten von Bootsmann Ulrich und den superinteressanten Erklärungen zu Pilotcharts, Missweisungen, Strömungen und vieles mehr von 2nd Mate Astrid. Überhaupt, nach diesen eher formellen Dingen ist Astrid jederzeit für Spass zu haben, z.B. bei einer Entfremdung der neuen Tausendfüßler als Südseerock.

Plötzlich wird etwas Weißes im Wasser nicht allzu weit entfernt gesichtet. Es wird Alarm ausgelöst, das Rettungsdinghy ist in Windeseile einsatzbereit. Kenny und Marita sind mit Sprechfunk ausgerüstet unterwegs zu diesem weißen Etwas. Durch die hohe Dünung sind sie manchmal fast nicht mehr zu sehen. Letztlich bringen sie einen verlorenen Fender mit. Für die Voyage Crew ein schöner Nebeneffekt: wir alle dürfen mit Fotoapparat ausgerüstet eine Fotoshooting unserer Lady mit gesetzten Segeln im Licht des späten Nachmittags vom Rettungsdinghy aus machen – unbeschreiblich schön.

Dann kommt der spannende Moment: können wir Aitutaki anlaufen und dort vor dem Riff ankern? Der Wind scheint günstig. Die Ankerkette wird extra gesichert und gegen 0.00 Uhr ausgebracht. Am anderen Morgen können wir in einer nassen Dinghy-Fahrt durch das Riff an Land. Viele von uns besuchen den Gottesdienst in einer protestantischen Kirche, der ältesten der Cook Islands. Bereits vor dem Gottesdienst werden atemberaubend schöne Lieder gesungen, man kann fast sagen Hymnen. Wir werden alle sehr freundlich begrüßt und herzlich zum Gottesdienst und anschließenden Erfrischungen eingeladen. Extra für uns werden Passagen der Predigt auch in Englisch wiederholt. Es ist Sonntag und nur ein Restaurant mit einem kleinen Strand an der unglaublich schönen Lagune von Aitutaki offen. Die Wetterprognose sagt eine Änderung voraus. Also gehen wir Anker auf und haben weitere drei Tage Segelerlebnis mit einer sehr langen und hohen Dünung.

Und dann taucht auch schon das Ziel unseres Törns aus den Wolken auf. Rarotonga. Wieder geht ein Törn mit der Sören Larsen zu Ende. Mit etwas Tränen in den Augen heißt es Abschied nehmen. Tausend Dank liebe Crew für die schönen Stunden und den Spass den wir hatten, die aufmunternden Worte bei Seekrankheit und auch bei Dingen, die nicht auf Anhieb klappen, das Einbeziehen in das Bordleben, kurzum die Gastfreundschaft. Hoffentlich bleibt dies nicht der letzte Törn auf der schönen Lady Sören Larsen.

Susanne

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